Air Baltic reduziert Flotte um einen Drittel

12.08.2026    Quelle: Air Baltic         

Mit verschiedenen Massnahmen versucht Air Baltic in den kommenden Monaten ihren Betrieb effizienter und somit finanziell wieder rentabler zu organisieren. Im Zentrum steht dabei eine Reduktion der aktuell 54 Flugzeuge starken A220-Flotte auf noch 36 Einheiten bis Ende 2026. War einst von einem Ausbau auf potenziell bis zu 100 Airbus A220-300 die Rede, muss die Airline nun wegen verschiedener Faktoren deutlich zurückschrauben. Wie bei anderen Airlines auch spielen die Probleme mit den Pratt & Whitney-Triebwerken der A220 eine Rolle. Hinzu kommen geopolitische Faktoren wie die Kriege in der Ukraine und im Mittleren Osten, die nicht nur für Umwege, sondern auch für deutlich teureren Treibstoff sorgen. Immerhin soll die Flotte bis 2031 wieder auf wenigstens 40 Flugzeuge anwachsen.

Aus 54 Airbus A220-300 werden bei Air Baltic bis Ende 2026 noch deren 36. Ob dies Auswirkungen auf den ACMI-Vertrag mit der Swiss haben wird, für die die YL-ABC auf dem Bild im Einsatz war, bleibt abzuwarten (Raphael Joggi, Zürich, 20.1.26).

Ist in der Pressemitteilung von Air Baltic von einem Fokus auf Lettland und dessen Hauptstadt Riga die Rede, wird aber auch erwähnt, dass die angebotenen Kapazitäten bei den Linienflügen grösstenteils erhalten bleiben sollen. Eine verbesserte Effizienz soll durch eine bessere Nutzung der Flotte erreicht werden. Auch ACMI-Verträge werden von Air Baltic erwähnt, ohne dabei weiter in die Details zu gehen. Insgesamt wird eine bessere Verteilung der Fixkosten über die bisher sehr ausgeprägten Sommer- und Wintersaisons angestrebt.

Schwierige finanzielle Aussichten für Air Baltic

Durch die Reduktion der Flotte und die intensivere Nutzung der übrig bleibenden Flotte erhofft sich Air Baltic eine Verbesserung ihres Betriebsergebnisses um rund 45 Millionen Euro. Dennoch scheint in der Kasse ein deutlich grösseres Loch zu klaffen. Auf dem Finanzmarkt sucht die Airline nach insgesamt 325 Millionen Euro, davon 100 Millionen Euro neu einzuschiessendes Kapital und 225 Millionen Euro in Form von Kredit. Derzeit hält der Staat Lettland mehr als 88 % der Stimmrechte, die an Aktien der Air Baltic gebunden sind. Weitere 10 % sind im Besitz der Lufthansa, während 1,63 % von privaten Aktionären gehalten werden.

Mit dem zusätzlich einzuschiessenden Kapital plant Air Baltic die Liquidität bis mindestens 2029 sicherstellen zu können. Bis dann stellt die Airline auch eine permanente Finanzierungsstruktur in Aussicht. Dies könnte durchaus bedeuten, dass Air Baltic wie andere Airlines, die bislang mehrheitlich in staatlichem Besitz waren, privatisiert werden könnte.