Lot hat Embraer 170 verabschiedet
01.11.2026 Quelle: Lot Polish Airlines
Auf ihrem Europanetz bildeten die Embraer-Jets der Lot Polish Airlines ab Mitte der 2000-er Jahre das eigentliche Rückgrat der Flotte. Am 17. März 2004 führte sie mit der SP-LDA den ersten kommerziellen Flug einer Embraer 170 weltweit durch, der von Warschau nach Wien führte.
Die Kommunalität der verschiedenen Muster ausnutzend, die den flexiblen Einsatz der Besatzungen auf allen Mustern der Flugzeugfamilie ermöglicht, erwarb Lot ab 2004 nicht weniger als 51 Exemplare der Embraer 170/190 Familie der ersten Generation. Sie setzte dabei als einzige der wenigen Airlines weltweit in den vergangenen acht Jahren alle vier verfügbaren Varianten zugleich ein, nämlich 10 Embraer 170 mit 76 Sitzen, 17 Embraer 175 mit 82 Sitzen, 8 Embraer 190 mit 106 Sitzen sowie 16 Embraer 195 mit 112 Sitzen. Hinzu kommen seit Sommer 2024 noch drei Embraer 195-E2 der neuen Generation, die bei Lot über 136 Sitze verfügen. Alle Flugzeuge sind dabei mit einem Zweiklassen-Layout ausgestattet, in dem neben der Economy-Kabine auch eine kleine Business-Klasse angeboten wird.
Der Embraer 170 SP-LDH kam die Ehre zu, den letzten kommerziellen Einsatz des Typenmusters bei Lot Polish Airlines durchzuführen. Mit dem passenden Rufzeichen BYE170 flog sie als LO222 am 30. Oktober 2026 von Wien nach Warschau und flog dabei just auf derselben Strecke zurück nach Hause, auf der ihre Schwester SP-LDA am 17. März 2004 den weltweit ersten kommerziellen Flug einer Embraer 170 durchgeführt hatte (Lukas Lusser, Mailand Malpensa, 18.8.21).
Nun hat sich Lot von der ursprünglichen und kleinsten Variante, der Embraer 170, verabschiedet. Am Abend des 30. Oktober führte die SP-LDH mit dem Kurs LO222 den letzten kommerziellen Einsatz des Musters bei Lot Polish Airlines durch. Der exakt einstündige Flug führte passenderweise von Wien nach Warschau zurück, um den Kreis der 23-jäjrigen Geschichte ihres Einsatzes beim polnischen Nationalcarrier stilgerecht zu schliessen. Als Rufzeichen und Radarsignal verwendete die SP-LDH dabei nicht wie üblich ihre reguläre Flugnummer, sondern ausnahmsweise und dem Abschied angemessen würdigend das Callsign BYE170.
Bei ihrer Ablieferung erhielten die Embraer 170 der Lot wie hier die am 11. März 2004 ausgelieferte SP-LDB das aus den späten 1970er-Jahren stammende Erscheinungsbild mit dem traditionellen dunkelblauen Kabinenstreifen, der schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs auf den Tupolev 134, Tupolev 154, Ilyushin 18 und Ilyushin 62 des polnischen Nationalcarriers eingeführt wurde und bis in die frühen 2010er Jahre beibehalten wurde (Lukas Lusser, Stockholm Arlanda, 3.6.07).
Gemäss der Fluggesellschaft beförderte die Embraer 170 während ihrer 23-jährigen Einsatzzeit 13,8 Millionen Passagiere auf knapp 300'000 Flügen. Die zehn Einheiten des Musters sammelten dabei etwas mehr als 455'000 Flugstunden an.
Während ihres Einsatzes waren die Lot Embraer 170 auch in der Schweiz häufig gesehene Gäste. Sie ersetzten schon bald nach ihrer Einführung die kleineren Embraer RJ-145 auf der Zürich-Strecke, wurden aber mit der Ablieferung der grösseren Schwestern (Embraer 175 ab 2006, Embraer 195 ab 2011 und Embraer 190 ab 2018) immer seltener.
Gleich zwei Embraer 170 der Lot trugen gleichzeitig die Bemalung des Airline-Verbundes Star Alliance, dem der polnische Flagcarrier bereits seit 2003 angehört. Neben der hier gezeigten SP-LDK war auch die SP-LDC entsprechend gestaltet (Lukas Lusser, Zürich, 21.3.11).
Bei Lot trugen gleich mehrere der kleinen Embraer 170 Sonderbemalungen: Zwei Einheiten, nämlich die SP-LDC und SP-LDK, trugen bereits ab ihrer Ablieferung die Star-Alliance Farben, während die SP-LDF zeitweise für das «Ptasie Mleczko»-Konfekt aus Milchschokolade Werbung machte.
Im Januar 2017 erhielt die Lot Embraer 170 SP-LDF eine Werbebemalung für das 1936 vom Warschauer Konditor Jan Wedel geschaffene Konfekt «Ptasie Mleczko» (zu Deutsch «Vogelmilch»). Im April 2018, nur wenige Tage nach Entstehen des obigen Bildes, wurde die Sonderbemalung durch die reguläre aktuelle Bemalung der Lot ersetzt (Lukas Lusser, Zürich, 8.4.18).