1960 - 2004 ¦ Sommervögel
In unserem Bericht über Entstehen und Vergehen der bunten «Sommervögel» widmen wir der saisonalen Urlaubsfliegerei einen Rückblick. Der aufkeimende Tourismus im Europa der Nachkriegszeit begünstigte das Entstehen zahlreicher Charterairlines, die sich als Flugpartner etablierter Reisebüros um die Transportbedürfnisse Pauschalreisender kümmerten. Sie sorgten regelmässig für Farbe und Abwechslung im saisonalen Markt der Ferienflüge. Ab Mitte der 1990er Jahre setzten aber Low-Cost-Airlines und individuelles Buchen via Internet das Geschäftsmodell der Pauschalreise zunehmend unter Druck, und die Luft für klassische Charterairlines wurde dünner. Einige konnten sich den veränderten Bedürfnissen der Urlauber anpassen, viele andere sind aber verschwunden. Geniessen Sie eine Zeitreise durch vier Dekaden des europäischen Charterluftverkehrs mit über 100 Bildern vergangener Anbieter - ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn dies würde jeden Rahmen sprengen. Mit welchen dieser «Sommervögel» sind Sie selbst noch mitgeflogen?
- 1926-2026 ¦ 100 Jahre Lufthansa
- 1941-2024 ¦ Hawaiian Airlines
- 1959-1968 ¦ Zürich vor 60 Jahren
- 1960 - 2004 ¦ Sommervögel
- 1961-2025 ¦ BAe 748 und BAe ATP
- 1966-2023 ¦ Die CSA im Rückblick
- 1969-1978 ¦ Erinnerungen an die SATA
- 1986-2025 ¦ Frachter in LUX und LGG
- 1988-2026 ¦ Loganair, Luftfahrt in Schottland
- 1990-2025 ¦ Boeing 757 bei Condor
- 1992 ¦ Wie einst im Mai in ZRH
- 1993 ¦ Bündelitag am EuroAirport
- 1993 ¦ Sylvester in Las Vegas-McCarran
- 1995-1998 ¦ Western Pacific Airlines
- 1995-2025 ¦ 30 Jahre Edelweiss
- 1995-2025 ¦ EasyJet feiert 30 Jahre Bestehen
- 2006 ¦ Paris vor 20 Jahren
- 2024 ¦ Luxembourg Defence Days
- 2024 ¦ Stanserhorn Oldtimer Flugschau
- 2024 ¦ Toronto Pearson Airport
- 2025 ¦ Abschied der DC-8 bei Samaritan's Purse
- 2025 ¦ Nachlese zum WEF 2025
- 2026 ¦ Nachlese zum WEF 2026
AtlasJet International wurde 2001 als Flugpartner der Öger Tours gegründet. Dies zeigte sich auch in den Kennzeichen ihrer ursprünglichen Boeing 757-Flotte, darunter die Boeing 757-225 TC-OGB. Ab 2006 führte sie unter dem verkürzten Namen AtlasJet erste Linienflüge im Inland durch, 2015 erfolgte ein Rebranding zum reinen Low-Cost-Carrier AtlasGlobal. 2020 stellte sie aufgrund Überschuldung den Betrieb ein. | |
European Aviation wurde 1989 mit ehemaligen RAF BAC 1-11 gegründet, um ad-hoc Flüge für Dritte durchzuführen. Während dies ein wichtiges Geschäftsfeld blieb, stieg sie unter der Marke European Aircharter selbst in den Ferien-Chartermarkt ein. Ab 2001 bot sie mit aus British Airways-Beständen erworbenen Jumbo Jets wie der Boeing 747-236B G-BDXJ sogar Urlaubsflüge über den Nordatlantik an, wo etwa Chicago, New York und Orlando bedient wurden. 2008 ging die gesamte Gruppe in Konkurs, lediglich das Geschäft mit Pilotenausbildungen konnte herausgelöst und selbständig weitergeführt werden. | |
Das damals drittgrösste Reisebüro des Vereinigten Königreichs, die Owners Abroad Group, gründete 1987 mit Air 2000 ihre eigene Charterairline. Dabei wurde von Anfang an Wert darauf gelegt, modernstes Fluggerät einzusetzen, das sich Air 2000 von Leasing-Partnern beschaffte. Die Boeing 757-2Y0 G-CPEP stiess jedoch erst spät zur Flotte. Sie stammte aus Beständen der British Airways und wurde nach 12 Jahren Liniendienst via Babcock and Brown Leasing an Air 2000 vermietet. | |
Nach der Fusion mit der Skandinavischen Premiair trat die frühere Airtours International ab 2002 unter der neugeschaffenen Marke MyTravel Airlines auf. Zugleich wurde eine auffällige Bemalung in orange und blau eingeführt, wie sie hier der Airbus A320-231 G-CRPH zeigt. | |
Noch in den Grundfarben der früheren Marke Airtours International rollt die McDonnell Douglas DC-10-10 G-DPSP der MyTravel Airlines zum Start. Sie war eine von drei Einheiten dieser in Europa eher seltenen Mittelstreckenvariante der DC-10 in der Flotte des Unternehmens.
Lukas Lusser 7.9.2003 MAN | |
Flyjet nahm im Frühjahr 2003 den Betrieb mit je einer Boeing 757 ab London Gatwick und Manchester auf, die zu den klassischen Ferienzielen im Mittelmeerraum flogen. Die Boeing 757-28A G-FJEA stammte vom Leasinggeber Ansett Worldwide Aviation Services (AWAS) und hatte bereits bei Inter European Airways, Air Holland, Airtours International und MyTravel Erfahrung im Urlaubsgeschäft gemacht. 2006 versuchte ein neuer Besitzer, die kränkelnde Flyjet unter der Marke Silverjet zu einer reinen Business-Class Airline mit Linienflügen über den Nordatlantik umzubauen, was innerhalb eines Jahres zum endgültigen Aus führte. | |
Mit zunächst zwei Airbus A330-243 wie der G-OJMB, später dann aber insgesamt 16 teilweise nur saisonal zugemieteten Airbus A330 modernisierte die britische Thomas Cook Airlines ihre Langstreckenflotte. | |
Air Plus Comet wurde 1997 als Langstrecken-Charterairline gegründet, führte aber auch Wetlease-Einsätze für mehrere südamerikanische Airlines durch. Auf einem in eigener Regie durchgeführten Fussballcharter landet ihre Boeing 747-212B EC-IPN am EuroAirport, trägt dabei aber unverkennbar das Logo der Aerolineas Argentinas im Heck, für die sie ab Mai 1998 im Einsatz stand. | |
Im klassischen Chartergeschäft waren die Wochenenden der Wintermonate als Spitzentage der Skiurlauber-Flüge reserviert. Insbesondere britische, skandinavische und niederländische Anbieter flogen in dichter Kadenz Genf, Innsbruck, Lyon, Salzburg und Turin an. In der Air 2000 Boeing 757-2Y0 G-OOOX strecken heimkehrende Briten wohl bereits ihre müden, schweren Glieder aus, während das Flugzeug bei tiefen Minusgraden für den Rückflug enteist wird. | |
Auch Swiss International Air Lines versuchte sich für kurze Zeit als Player im Chartermarkt. Für die eigens gegründete Marke Swiss Sun wurden drei Airbus A320-214 HB-IJU, IJV und IJW nachbestellt und während zwei Jahren zu Ferienzielen betrieben. Mit dem Einstieg der Swiss bei Edelweiss erübrigte sich der eigenständige Betrieb einer Urlaubsmarke. |
